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Vocabulary

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Siedlung settlement
Mönch monk
Zwiebelturm onion spire
Arbeitgeber employer
Bergmann / Bergleute miner(s)

Lesson Notes

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Cultural Insights

In Kamp-Lintfort drehen sich viele Traditionen um die Zeche. Zum Beispiel bedeutet das Wort “Kumpel” nicht nur “Bergmann” sondern auch “Freund”. Als Gruß hört man manchmal “Glück auf”, ein traditioneller Gruß der Bergleute. Auch das Lied “Glück auf” kennt jeder, und es gibt viele Chöre, die solche traditionellen Lieder der Bergleute singen. Diese Vergangenheit ist nicht negativ belegt. Das traditionelle Essen hier ist einfach: es gibt viele Gerichte mit Kohl und viele Eintöpfe. Auch Currywurst Rot-Weiß (mit Ketchup und Mayo) wurde in dieser Gegend erfunden. Außerdem gibt es hier eine Spezialität, die ihr in Amerika nirgendwo finden könnt: Zuckerrübensirup. Zuckerrüben sind Rüben, die man benutzt hat, um Zucker herzustellen, als Zuckerrohr noch nicht bekannt war. Zuckerrübensirup ist ein Sirup aus Zuckerrüben. Es schmeckt ähnlich wie Molasses und hier isst man Zuckerrübensirup gerne auf dem Butterbrot. Eine besondere Spezialität ist Zuckerrübensirup auf Schwarzbrot mit Käse. Klingt komisch aber schmeckt gut!

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Kamp-Lintfort ist eine kleine Stadt zwischen Duisburg und den Niederlanden, etwa 40 Minuten von Düsseldorf. Circa 60.000 Menschen leben hier. Das ist nicht wenig, aber im Vergleich zu den Großstädten des Ruhrgebiets ist es auch nicht viel.
Kamp-Lintfort ist eine schöne Stadt. Die Menschen leben gerne hier, denn es gibt viel Natur und trotzdem kann man die Vorteile der Großstädte genießen. Man kann schnell nach Duisburg, Krefeld oder Düsseldorf fahren und dort einkaufen, lecker essen oder in eine große Disko gehen. Für Fahrradfahrer ist die Region auch ideal, denn es gibt viele schöne Radrouten den Rhein entlang und es gibt nicht viele Hügel.
Der Name ‚Kamp-Lintfort’ deutet auf zwei Siedlungen hin - Kamp und Lintfort. Der Stadtteil Kamp entstand vor mehr als 800 Jahren, als französische Mönche das Kloster Kamp gründeten. Um das Kloster herum entstand eine erfolgreiche Siedlung und ausgehend vom Kloster Kamp wurden mehr als 100 andere Klöster gegründet, in ganz Deutschland und bis ins Baltikum. 1802, als Napoleon Kamp besetzte, wurde das Kloster aufgelöst und die Mönche vertrieben. Heute leben aber wieder ein paar Mönchen dort. Das Kloster ist auch eine Touristenattraktion, denn viele Touristen schauen sich die Abtei mit den Zwiebeltürmchen und den wunderschönen Terrassengarten an. Der Terrassengarten soll übrigens die Inspiration für Sanssouci gewesen sein.
Der Stadtteil Lintfort bildete sich um die Zeche Friedrich-Heinrich herum, in der seit 1912 Kohle abgebaut wird. Die Siedlung um die Zeche herum wurde vom Arbeitgeber selbst für die Bergleute gebaut. Deshalb sehen die Häuser alle sehr ähnlich aus und man kann sich leicht verlaufen.
Noch heute ist die Zeche einer der Hauptarbeitgeber in Kamp-Lintfort. Der zweite große Arbeitgeber in Kamp-Lintfort war Siemens. Siemens hat Handys hier hergestellt. 2005 jedoch verkaufte Siemens sein Werk an die asiatische Firma BenQ und diese machte 2006 Insolvenz und schloss das Werk.
Jetzt sind viele Menschen hier arbeitslos. Auch die Zeche wird nicht mehr allzu lange die Menschen in Kamp-Lintfort beschäftigen können, denn deutsche Kohle ist zu teuer und alle deutschen Kohlebergwerke sollen geschlossen werden. Dann ist die Frage, was mit Kamp-Lintfort geschieht. Werden neue Firmen hierhin kommen, oder werden die Menschen Kamp-Lintfort verlassen?